Russen und Deutsche

Russen und Deutsche



Man kann es nun wenden, wie man will, es gibt sie die Unterschiede zwischen Deutschen und Russen. Jenseits theoretischer Betrachtungen und vor allem abseits von Klischees und Vorurteilen versuche ich im Folgenden, meine interkulturellen Beobachtungen als rein empirisches Wissen zusammenzufassen.

Subjektiv aber sachlich

Ich habe Vergleichsstudien gelesen, bei denen die Russen gegenüber den Deutschen immer irgendwie schlecht wegkamen. Das möchte ich vermeiden, indem ich den positiven bzw. negativen Eigenschaften der Deutschen auch ebensolche Eigenschaften der Russen gegenüberstelle. Weiterhin werde ich Deutsche und Russen nicht vollständig beschreiben, sondern mich auf die Unterschiede beschränken, die mir besonders auffällig erscheinen. Und schließlich will ich einräumen, dass es natürlich in beiden Völkern Individuen gibt, auf die die Beschreibungen der jeweils anderen Nation durchaus zutreffen. Insofern beziehen sich meine Darstellungen auf eine von mir subjektiv als solche wahrgenommene Schnittmenge typischer nationaler Eigenschaften.

Warum sind die Russen, wie sie sind?

Diese Fragestellung würde einem Russen nie in den Sinn kommen. Und schon sind wir bei einem Punkt, der uns unterscheidet: Die Russen neigen dazu, die Dinge hinzunehmen; wir Deutschen dagegen müssen immer alles hinterfragen. Oft hört man, die endlose Weite des Landes und das teils unwirtliche Klima Russlands seien prägend für den russischen Nationalcharakter, der verschwenderisch mit Zeit und Raum umgehe, derb und verschlossen sei und immer finster dreinblicke. Das ist jedoch viel zu einfach und obendrein unlogisch. Denn in diesen beiden Punkten steht z.B. Kanada Russland in nichts nach. Soweit ich weiß, gelten Kanadier aber als freundlich und aufgeschlossen.

Prägende Beengtheit

Lassen Sie mich der Weite des russischen Landes einmal die Enge der russischen Behausungen entgegensetzen. Ich finde, hieraus resultieren deutlich mehr Besonderheiten der Russen. Was ich damit meine? Nun, bis heute leben in den großen Städten tausende Familien zusammengepfercht in sogenannten Kommunalwohnungen (”коммуналки“). Das sind Unterkünfte, in denen drei, vier und mehr Familien sich eine Küche und ein Bad teilen und ansonsten jeweils ein Zimmer der Gemeinschaftswohnung für sich haben. Oft leben dann in diesem Raum Großeltern, Eltern und Kinder auf vielleicht 20 Quadratmetern zusammen. Das ist für uns unvorstellbar, aber immer noch Realität für viele Russen. Es hat sich zwar in den letzten Jahren einiges verbessert. Aber auch die eigene Wohnung ist in den meisten russischen Haushalten nicht größer als 40-50 Quadratmeter mit zwei Zimmern für die ganze Familie.

Tischmanieren und Distanz

Wenn wir dann russische Menschen beim Essen beobachten, wie sie eine Hand immer unter dem Tisch halten, wirkt das auf uns wie schlechte Tischsitten. Aber nur in dieser platzsparenden Haltung passen drei Generationen an den kleinen Esstisch in einer 6-Quadratmeter-Küche. Die Beengtheiten des täglichen Lebens setzen sich auch außerhalb der eigenen vier Wände fort, etwa in den chronisch überfüllten U-Bahnen, Wartezimmern oder Behördenfluren. Letztlich stehen sich die Russen in ihrem größten Land der Welt seit Generationen gegenseitig auf den Füßen herum. Das konnte nicht ohne Folgen für ihr Distanz- und Diskretionsgefühl bleiben. Wer wie ich seine persönliche Abstandszone nach europäischen Maßstäben dimensioniert hat, wird in Russland immer wieder in unangenehme Situationen geraten, etwa wenn einem beim Ausfüllen von Überweisungen am Postschalter ganz selbstverständlich über die Schulter geschaut wird oder einem beim Einchecken am Flughafen der Hintermann schwer in den Nacken atmet.

Gedränge in der Moskauer Metro

Zusammenrücken und “Ellenbogengefühl”

Die Kehrseite: Wohl kein Volk kann, wenn es sein muss, so eng zusammenrücken wie das russische. Und zwar im übertragenen wie im direkten Sinne. So entstehen die unterschiedlichsten positiven Befindlichkeiten, z.B. Gemütlichkeit, wenn auch der zehnte und zwanzigste überraschende Geburtstagsgast noch irgendwie ein Plätzchen an der Tafel findet, Solidarität bei Gefahr von außen oder das vielbeschworene “Ellenbogengefühl” (”чувство локтя”), wenn einem die direkte Tuchfühlung mit dem Nebenmann Sicherheit und Geborgenheit gibt.

Hast du gegessen?

Anders als in Deutschland mit seiner hektischen Fastfood-Kultur sind Essen und Trinken in Russland immer noch zentrale Werte des Alltags. Keine russische Mutter oder Ehefrau wird Kind oder Mann an der Haustüre begrüßen, ohne zu fragen, ob es bzw. er gegessen oder Hunger hat. Kein Besuch ohne zumindest symbolische Bewirtung. Auch hier beobachte ich einen typischen Unterschied: Während wir Deutschen für Frühstück, Mittagessen und Abendbrot ganz klare und fast national einheitliche zeitliche Zuordnungen haben, isst der Russe, wenn er Hunger hat. Natürlich gibt es auch in Russland eine Mittagszeit - sie liegt üblicherweise zwischen 13.00 und 15.00 Uhr. Sie ist aber nicht mehr als eine abstrakte Regel, an die man sich nicht halten muss. In der Konsequenz verletzen russische Menschen mitunter alles, was wir so an landläufigen Ess-Konventionen entwickelt haben: Sie essen Eis auf der Straße mitten im Winter, gehen mit der Bierflasche in der Hand morgens zur Arbeit und beginnen ein üppiges Mahl auch schon mal um zehn Uhr abends.

Augen größer als der Magen

Wenn Deutsche Gäste einladen, bemessen sie das Essen nach der Anzahl der erwarteten Gäste. Wenn Russen zu Tisch bitten, tafeln sie auf, was Küche und Keller hergeben. Meistens ist das viel zu viel und bleibt dann jede Menge übrig. Russische Gastgeber drücken damit zum einen ihre Wertschätzung gegenüber den Gästen aus und demonstrieren zum anderen stolz ihren Wohlstand. Genug oder gar im Überfluss zu Essen zu haben war in Russland bis in die jüngere Geschichte nicht selbstverständlich. Und manchmal habe ich den Eindruck, die Angst vor einer kurzfristig drohenden Hungersnot steckt auch heute noch in jedem Russen. Zum Beispiel, wenn ich sie in Hotels oder bei Empfängen an Buffets beobachte. Da wird mitunter auf die Teller geschaufelt, als würde Essen ab morgen verboten. Ich kann verstehen, wenn Nichtrussen solches mit Vorbehalten registrieren.

Ein trunkenes Volk regiert sich leichter

“Пъяным народом легче управлять”, soll schon Katharina II. geglaubt haben. Was ich glaube ist, dass Alkohol und Leibeigenschaft mitentscheidende historische Faktoren für den nationalen Charakter der Russen sind bzw. waren. Bis 1861, als die Leibeigenschaft (“крепостное право”) abgeschafft wurde, bestand der kulturelle Jahreshöhepunkt für die leibeigenen Bauern in einem mehrtägigen Besäufnis an Erntedank, zu dem die Gutsherren kostenlos Wodka in Eimern auf den Kirmestischen bereitstellen ließen. Über Jahrhunderte verharrte der Pöbel so in Suff und Knechtschaft. Mit Ausnahme einer kurzen Phase Mitte der 1980er Jahre, als Michail Gorbatschow dem Alkoholproblem in der Sowjetunion mit rigiden Gesetzen beikommen wollte, war Wodka für die Herrschenden immer billige Droge für den Plebs und gigantische Einnahmequelle für den Fiskus gleichzeitig. Statistisch trinkt heute jeder Einwohner Russlands vom Baby bis zum Greis pro Jahr 17 Liter reinen Alkohol oder je reichliche 100 Gramm (10 Zentiliter) Wodka (“Сто грамм”) pro Tag. Die Folgen dieses nationalen Alkoholismus sind etwa 500 000 Alkoholtote jährlich und eine durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern von nur 59 Jahren. Viele nationale Eigenarten der Russen lassen sich wenigstens teilweise aus diesem Zusammenhang erklären.

Vorwärts in die Vergangenheit

Manchmal scheint mir, die Russen hätten überhaupt keine Vorstellung von ihrer Zukunft. Nicht nur, dass ihrem nationalen Charakter das Berechnende und Vorausschauende fehlt - sie haben auch keinerlei festes Bild von dem, was in fünf oder zehn Jahren sein soll. Sie leben das Heute mit dem Blick auf das Gestern. Was gestern war, ist konkret und fassbar. Was morgen wird, weiß allein der Herrgott.

Vorsorge treffen, sich auf Eventualitäten einstellen oder aktiv Dinge nach vorn beeinflussen - das alles sind für die meisten russischen Menschen fremde Lebenseinstellungen.

So bleiben der Sieg über Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg oder der erste Raumflug Juri Gagarins nach über sechzig bzw. fast fünfzig Jahren typische der wenigen Highlights, an denen Russland bisher seine nationale Größe bemisst. Die Abwesenheit einer nationalstaatlichen Idee (vglb. Deutschland 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts), einer übernationalen Integrationsperspektive (vglb. Europa 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts) oder auch nur eines übergreifenden Wertesystems führte zu einer Art nationalem Minderwertigkeitskomplex, den sich der einfache Bürger ebenso zueigen gemacht hat wie die staatliche Großmachtrhetorik zu dessen Bemäntelung.

Erfolgskultur - Fehlanzeige

Russen wünschen einander auf Schritt und Tritt Erfolg. “Успехов!” zum Geburtstag, zum Abschied oder als Grußformel in Briefen. Man könnte meinen, dahinter stehe eine Leistungs- und Erfolgsmentatlität wie bei uns Deutschen. Dem ist nicht so; und nirgendwo spürt man dies schmerzlicher als im Geschäftsleben. Wenn Deutsche sich etwas vornehmen, dann wird der Prozess bis zum Ziel durchgeplant. Etwaige Probleme werden vor dem Start identifiziert, um sie weitgehend auszuschließen. Oft wird ein “Plan B” gleich mitkonzipiert. Das Resultat hier ist eine klare Linie zum Erfolg um den Preis einer gewissen Unflexibilität.

Wenn indes Russen etwas anfangen, dann haben sie oft nichts als eine vage Idee. In der Regel fehlen definierte Ziele ebenso wie ein irgendwie beschriebener Prozess, in dem das zwangsläufig eintretende Unvorhersehbare dann nicht selten zu dominieren beginnt.

Im Ergebnis werden sowohl Abläufe als auch Ziele extrem “flexibilisiert” und Misserfolge vorprogrammiert. In der Gegenüberstellung heißt das: Der Deutsche findet seinen Erfolg in der Erreichung seiner Ziele und der Russe findet seine Ziele in der Überwindung seiner Misserfolge.

Positiver Umgang mit dem Misserfolg

Ich weiß, das klingt hart, vielleicht ungerecht. Aber nach so vielen Jahren in überwiegend russischen Geschäftsumgebungen konnte ich zu keinem anderen Schluss kommen als diesem. Er setzt auch nicht zwangsläufig Russen herab und Deutsche herauf. Im Gegenteil. Ich bewundere die Russen für ihre Fähigkeit, locker und positiv mit Misserfolgen umzugehen, sich zu schütteln und sie einfach wegzustecken. Sie tun das mit oft sarkastischem Fatalismus und teils resignativer Schicksalsergebenheit. Ich deute sie als kulturhistorisch ererbte Überlebenstechniken. Allerdings führen die im Leben oft zu stoizistischen Einstellungen wie “Mensch denkt, Gott lenkt” (”Человек предполагает, бог располагает”). Und bringen sie damit mal ein Projekt vorwärts!

Ausstrahlung im dialektischen Gegensatz

Verschieden sind wir auch in unserer persönlichen Ausstrahlung. Die besteht für mich auf russischer Seite eher in Wärme, Emotionalität, Allgemeinheit, Introvertiertheit und defensivem Auftreten und auf deutscher Seite entsprechend eher in Kälte, Rationalität, Konkretheit, Extrovertiertheit und offensivem Auftreten. Deutsche und Russen stehen sich historisch möglicherweise deswegen so nahe, weil sie sich in dieser Gegensätzlichkeit irgendwie dialektisch ergänzen.

Das strahlen wir aus

Deutsche Russen
  • Kälte
  • Rationalität
  • Konkretheit
  • Extrovertiertheit
  • Offensives Auftreten
  • Wärme
  • Emotionalität
  • Allgemeinheit
  • Introvertiertheit
  • Defensives Auftreten
  • Korrekt aber kleinlich vs. großzügig aber nachlässig

    Um meine Sicht der nationalen Charaktere auf den Punkt zu bringen, habe ich für beide Völker je fünf positive und negative, von mir als prägend empfundene Eigenschaften gegenüberstellt. Im positiven Bereich steht damit der eher korrekte, entschiedene, effiziente, verbindliche und pflichtbewusste Deutsche dem eher großzügigen, langmütigen, ausdauernden, geselligen und solidarischen Russen gegenüber. Im negativen Bereich kontrastieren der eher kleinliche, gefühllose, ungeduldige, aufdringliche und egoistische Deutsche und der eher nachlässige, gleichgültige, umständliche, verschlossene und sich selbst überschätzende Russe.

    Positive nationale Eigenschaften

    Deutsche Russen
  • Korrektheit
  • Entschiedenheit
  • Effizienz
  • Verbindlichkeit
  • Pflichtbewusstsein
  • Großzügigkeit
  • Langmut
  • Ausdauer
  • Geselligkeit
  • Solidarität
  • Negative nationale Eigenschaften

    Deutsche Russen
  • Kleinlichkeit
  • Gefühllosigkeit
  • Ungeduld
  • Aufdringlichkeit
  • Egoismus
  • Nachlässigkeit
  • Gleichgültigkeit
  • Umständlichkeit
  • Verschlossenheit
  • Selbstüberschätzung
  • Gut und schlecht sind gleich verteilt

    Bei genauerem Hinsehen wird dann auch deutlich, dass eben nicht der Eine alles Positive und der Andere alles Negative auf sich vereinigt. Sowohl auf der positiven als auch der negativen Ebene haben Deutsche und Russen sich Gleichwertiges entgegenzusetzen. Und in der Über-Kreuz-Gegenüberstellung von Positivem und Negativem zeigen sich - Zufall oder nicht - erneut erstaunliche Korrelationen.

    
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    3 Kommentars »

    1. Jörg meint:

      Schön, wie Sie typisch russische Charakterzüge hier herausstellen. Ich erkenne vieles wieder. Gut beobachtet und durchdacht! Gefällt mir.

      Ergänzend möchte ich auf Untersuchungen russischer und deutscher Psychoanalytiker und Sozialpsychologen hinweisen, deren Ergebnisse im Buch „Russen und Deutsche – Alte Feindbilder weichen neuen Hoffnungen“ (herausgegeben von Horst Eberhard Richter) zusammengefasst sind (1. Aufl. 1990). Weitere Umfrageergebnisse findet man unter der deutschen Website Russland-Analysen im Netz.

      Doch bei dem Kapitelchen über Wodka habe ich einige Zweifel an Ihrer These. Während Sie in den anderen Teilen selbst beobachtete Gewohnheiten skizzieren und nachvollziehbar erklären, woher die kommen, bleibt hier unklar, worauf an dem Nationalcharakter das gestörte Verhältnis des gemeinen Russen zum Wodka einen entscheidenden Einfluss hat und inwiefern. - Der Russe ist so wie er ist, auch durch den Wodka? Was sagt das aus, wenn es auf das Ganze am Volkscharakter bezogen wird? So allgemein, so unwiderlegbar. Aber meine folgenden Gedanken hierauf sind nicht so bierernst zu nehmen.

      Dass Alkohol den Charakter des zum Trinker werdenden verändert, ist klar. Unter den mir Bekannten und Freunden in Russland sind mehrheitlich solche, die dem Alkohol nicht auffällig stärker zugetan sind wie ich, meine Bekannten in Deutschland, also Wenigtrinker oder gar Abstinenzler. Wie muss ich mir das vorstellen, dass der Alkohol über die Generationen hinweg Einfluss auf Ihr Sein, ihre Seele, hatte? Denn es zeigen sich ja bei ihnen die von Ihnen sonst herausgearbeiteten typischen Verhaltensweisen.

      Mir stellt sich die Frage danach, wie man sich den gemeinen Russen ohne dieses Verhältnis zum Wodka vorstellen soll. Was war am völkischen Russen noch anders, bevor er, um das von Ihnen gezeichnete Geschichtsbild aufzunehmen, vom russischen Adel während der Erntedankfeste zum Sichbesaufen eingeladen wurde? Auch taucht dabei die Frage auf, seit wann es Wodka bei den Russen gibt. Denn wenn es den schon gab, als das russische Volk sich herausbildete, haben wir keine Vergleichsgruppe für die Begründung der These.

      Es ist die Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei? Vor der Zeit des Wodkas hatte er auch eine Seele, nur welche? Ist es nicht gerade der typische russische Charakter, mit dem es ihm schwerer fällt als anderen Völkern, mit dem Alkohol maßvoll umzugehen (Ist ja nicht allein nur der Wodka)? Oder (auch) die Gesellschaftsordnung, in der sich Riten herausbildeten? Oder die langweilige, reizarme flache Landschaft, Mangel an Abwechslung? Der lange dunkle Winter macht depressiv. Die Skandinavier trinken deswegen viel Kaffee und haben auch Alkoholprobleme. Der Wodka ist da ein Mittel zum Abschütteln der Traurigkeit und Depression durch Verdammtsein zum Überwintern am Ofen, der Überlebenssorgen. Da haben wir womöglich einen Zusammenhang zu dem Zug, den Sie auch beschrieben: Sie können mit Missgeschicken besser klarkommen, sie besser abschütteln als wir Westeuropäer. Auch nüchtern? Da sind wir wieder beim Huhn und beim Ei. - Der Russe ist so anders durch seine anderen Lebensbedingungen. Nicht durch den Wodka.

      Man bedenke auch, dass, wie ich auf Wikipedia lese, Katharine II. das Produktionsrecht wieder einschränkte und nur noch Adlige und Staatsunternehmen Alkohol herstellen durften. Mögen sie auch heimlich Wodka hergestellt haben. Haben das die Polen nicht? Bei uns und während der Prohibitionsjahre in den USA wurde auch schwarzgebrannt. Wenn man als Bauer schon die Zutaten hat…

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    2. Boris Taslakov meint:

      Hallo !
      Den Artikel finde ich ganz gut, aber etwas stört mich.

      Sie bezeichnen die Russen als “verschlossen” und “introvertiert”. Ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht. Sie können sich sehr schnell einer fremden Person anvertrauen, und wenn diese Person dann noch zum Freundeskreis gehört (als Ausländer wie ich) gibt es kein Halten mehr.

      Introvertiert und verschlossen sind sie Fremden gegenüber, einverstanden. Aber eben nur Fremden gegenüber, die nicht die leisesten Anstrengungen machen, ihren eigenen kulturellen Mantel mal abzustreifen.

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    3. Boris, ich meine damit auch nicht einen oder gar jeden konkreten Russen, sondern eine Abstraktion und das, was diese Abstraktion ausstrahlt. Ich verallgemeinere schlicht langjährige Wahrnehmungen an russischen Menschen und komme zu diesem Schluss, der natürlich nicht immer auf jede konkrete Person zutrifft. Und ich sage auch “eher verschlossen” und “eher introvertiert”, was wiederum mehr eine Tendenz als einen fixen Wert bezeichnet. Auch halte ich beide Eigenschaften für keineswegs negativ.

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