Die 16 000 Rubel Taxifahrt

Die 16 000 Rubel Taxifahrt

Das nette “dining out” im Moskauer Nobel-Restaurant “Scandinavia” hätte fast noch ein böses Ende genommen. Unser Taxifahrer telefonierte bereits mit seinem “Sicherheitsdienst”, weil wir seinen Preis nicht zahlen wollten. Lesen Sie hier, wie es dazu kommen konnte.

Der letzte Cognac ist getrunken, die Desertteller sind abgeräumt, als wir gegen 22.00 Uhr die Kellnerin bitten, uns ein Taxi zu rufen. Die kommt wenig später an unseren Tisch zurück und erkundigt sich, ob wir auch ein Mercedes-Taxi nehmen würden, alle anderen seien bis auf Weiteres ausgebucht. Wir bejahen, und nach 30 Minuten wird uns die Ankunft unseres Taxis gemeldet.

Vor dem Lokal erwartet uns eine zwar nicht mehr ganz neue aber tadellos gepflegte Mercedes S-Klasse mit Vollausstattung. Für alle Fälle erkundigen wir uns nach dem zu erwartenden Fahrpreis. “Dreitausendfünfhundert die Stunde” kommt es knapp von unserem Fahrer zurück, den unsere kleinliche deutsche Neugier sichtbar stört. Da wir um diese Zeit mit höchstens 30 Minuten Fahrt bis nach Hause rechnen, geben wir unser OK und fahren los.

Tatsächlich kommen wir nach 25 Minuten vor unserem Quartier an, und ich frage unseren Chauffeur, was ich ihm schulde. “Sechzehntausend”, lautet die wieder knappe Auskunft. Ich meine, mich verhört zu haben, und frage nach “Tausendsechshundert?”. “Nein”, kommt es gedehnt und gelangweilt, “sechzehntausend - dreitausendfünfhundert die Stunde und vier Stunden Mindestnutzung!” Macht auch ohne Rechenfehler immer noch 14.000 Rubel (400 Euro) für 25 Minuten Taxi fahren, was uns natürlich einigermaßen überteuert vorkommt.

Die nun folgende Auseinandersetzung mit unserem Kraftdroschkenlenker will ich nicht im Detail wiedergeben. Sie endet damit, dass er per Handy operative Unterstützung von seinem “Sicherheitsdienst” anfordert, worauf wir den Wagen verlassen und ihm aus unserer Sicht faire 1.500 Rubel - das Doppelte des Fahrpreises eines regulären Taxis - anbieten, die er, immer noch telefonierend, dann auch annimmt.

Wir hören schon nicht mehr, was er uns nachruft, als wir die Sicherheitsschleuse zum Wohngebiet passieren. Irgendwie nochmal davongekommen, denken alle einhellig, und:

Niemand bestellt in Moskau ein Taxi besser als man selbst.


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